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Sonntag, 26. Juli 2009

Im südlichen Teil der Schweiz von Ost nach West

Motorradtour vom 21.07 bis 25.07.2009

Im südlichen Teil der Schweiz von Ost nach West



Eigentlich sollte es ja ein erholsame und gemütliche Tour werden doch die unliebsamen Ereignisse reihten sich an einander. Kaum unterwegs haben wir in Sargans einen Anruf bekommen das es meiner Mutter schlecht gehe. Anstatt sorglos unsere Tour zu machen dürfen wir uns mit etlichen Telefonaten herum schlagen. Zum Glück hat mein Bruder Bernhard auch Ferien und Zeit sich um Mutter zu kümmern so können Daniela und ich unsere Tour fort setzen, wenn auch nicht mehr ganz so unbekümmert wie geplant. Am ersten Tag schaffen wir es dann doch noch bis nach Münster im Val Müstair wo wir auf einem tollen Zeltplatz unser Lager aufschlagen.
Von einem guten Frühstück gestärkt fahren wir um 10:00 Uhr los. Bevor wir über die Grenze nach Italien fahren werden unsere Tanks noch mal gefüllt. Mit vollem Bauch und Tank nehmen wir nun Kurs Richtung Stilfserjoch, durch die aufreissenden Nebelschwaden kann man die ersten Berggipfel erkennen und wir ahnen das es nicht mehr so lange warten müssen bis aus grau blau wird. Da wir relativ früh unterwegs sind hält sich der Verkehr am Stilfserjoch noch in Grenzen und wir können die 49 Kehren bis auf die rund 2800m liegende Passhöhe geniessen. Nach Kaffee und Gipfeli geht es hinunter nach Bormio wo wir den Abzweiger zu Gaviapass nehmen. Wir geniessen die warmen Temperaturen und die tolle Landschaft über den Pass bis hiunter nach Ponte di Legno. Auf kleinen Nebenstrassen fahren wir nach Tirano wo wir den Weg Richtung Schweiz einschlagen. Über den Berninapass geht es in das Engadin. Leider ist uns der Wettergott nicht gut gesinnt und ab der Passhöhe beginnt es zu regnen. Als Michlin-Männchen fahren wir bis Maloja wo wir uns dann endlich aus unseren Regenklamotten pellen können. Langsam aber sicher müssen wir uns einen Zeltplatz suchen was sich als gar nicht so einfach heraus stellt. Entweder sind die Plätze übervoll oder sie haben schlechte Lage. Kurz vor der Grenze zu Italien, in Bondo, werden wir zum Glück doch noch fündig. Ein Zeltplatz genau nach unserem Geschmack es darf gefeuert werden. Bei unseren Zeltnachbarn brennt das Feuer schon und wir fragen nach ob wir unsere Würste bei ihnen grillieren dürfen. Zu guter letzt werde ich von ihnen auch noch mit schön kühlem Dänischen Bier verwöhnt. So sollte ein Tag immer Enden.
Neuer Tag, neues Glück! So fangen wir wieder mit einem guten Frühstück an in einem Restaurant unmittelbar vor der Grenze zu Italien. Die ersten Kilometer am Lago di Como entlang sind nicht besonders Reizvoll und wir sind froh als wir bei Menaggio die Strasse Richtung Lugano nehmen können. Aber richtig Fahrfreude kommt eigentlich erst wieder nach Lugano auf, endlich wieder kleine einsame Nebenstrassen durch das Hinterland zwischen Lugano und dem Lago Maggiore. Über das Schmugglernest Indemini fahren wir nach Ascona und weiter in das Centovalli. Einmal mehr gibt es eine Grenzüberfahrt nach Italia und einmal mehr ziehen sich schwarze Wolken vor und über uns zusammen. Noch bevor wir bei Gondo wieder die Schweiz erreichen giesst es wie aus Kübeln. Bei zu nehmender Dunkelheit fahren wir über den Simplonpass in das Wallis in der Hoffnung dort besser Wetter an zu treffen. Die Hoffnung war um sonst, bei strömendem Regen und Dunkelheit fahren wir noch bis nach Ackersand wo wir zum Glück bald ein freies Gästezimmer finden. Irgendwie hat Daniela den Hinweis unserer Gastwirtin das Motorrad ein zu parken falsch verstanden, sie legt sich nämlich mit samt dem Motorrad auf den zu gewiesenen Parkplatz! Zum Glück ohne Schaden an Mensch und Maschine. Nach dem wir unsere nassen Klamotten im ganzen Zimmer und Heizungskeller zum trocknen verteilt haben geht es ab in das gegen über liegende Restaurant wo bei einem guten Nachtessen die Strapazen der letzten drei Stunden schnell vergessen sind.
Nach einer guten Nacht freut es uns dass das Wetter sich wieder von seiner guten Seite zeigt. Von Stalden aus fahren wir auf einer kleinen schmalen Strasse in die Höhe via Törbel erreichen wir die Moosegg. Via Zeneggen, Bäch, Eischoll fahren wir hinunter nach Turtmann. Die Strasse ist gut und es hat kein Verkehr. Daniela und ich sind gut Unterwegs eigentlich haben wir die Talsohle schon bald erreicht als in einer Kehre kurz vor Turtmann zu einem völlig überraschenden und unerwarteten Absteiger meiner Seits kommt. Eigentlich habe ich die Kurve schon als erledigt abgehackt als sich mein Hinterrad plötzlich selbständig macht und wegrutscht. Mit einem kurzen Gasstoss probiere ich die Situation zu retten, vergeblich, der hinter Reifen bekommt wieder Grip und mich hebelt es mit einem „mini Highsider“ aus dem Sattel. Es schmeisst mich hin und ich rutsche mit meinem Motorrad auf die Gegenfahrbahn, zum Glück für mich ist dort genügend Freiraum und kein Verkehr. Bergauf schauend komme ich zum Stillstand, etwas verdattert stelle ich mein Moped auf und stelle erstaunt fest das an meiner Kleidung kein Kratzer oder gar nur Strassenstaub zu finden ist. Am Motorrad selber hält sich der Schaden auch in Grenzen obwohl die Kunststoffverschalung ein wenig gelitten hat kann ich die Tour mit dem zerdepperten Möpi fortsetzen. Nach 28 Jahren Motorrad fahren ist das mein erster ernsthafter Sturz, nicht nur meine Deauville ist angekratzt sondern auch mein Ego. Daniela und ich sind uns einig das wir die Tour so fertig fahren wie geplant. Links und Rechts der Hauptachse im Wallis gibt es unzählige kleine Strassen die durch die kleinsten Dörfer in den Hängen führen, einmal fahren wir auf den kleinen Wegen durch einen Rebberg und fühlen uns wie auf einer Achterbahn. In Bex schlagen wir dann Richtung Col de la Croix ein. Kurz nach der Passhöhe machen wir Halt um eine Glace zu verzerren. Leider müssen wir mit samt der Glace von der Terasse in das Restaurant flüchten, es giesst wieder einmal mehr wie aus Kübeln. Über Les Diablerets fahren wir Richtung Chateau d'Oex und dann weiter nach Bulle. Die Strecke ist schön das Wetter ist auch S C H aber eisse. In Bulle kommt dann zum Glück wieder ein wenig Sonne zum Vorschein und wir entschliessen uns über den Jura nach Hause zu fahren. Der Entschluss war Grundlegend falsch, da sich das Wetter wieder einmal mehr gegen uns richtet. Anstatt in einem lauwarmen Sommerwind bei hellem Mondschein durch den Jura zu schweben dürfen wir durch sintflutartige Regengüsse mit klammen Fingern durch Pfützen waten. In Couvet finden wir dank Mithilfe eines Einheimischen Nachts um elf noch ein Zimmer in einem Hotel.
Neuer Tag, neues Glück. Bei schönstem Sonnenschein fahren wir in Couvet los, wir nehmen die Wege über die Neuenburgerhügel mit bestem Blick auf den Neuenburger- und Bielersee.
Auf Schleichwegen geht es nun definitiv Richtung Heimat. 

Mit vielen Eindrücken und Erlebnissen kommen wir nach rund 1400km zu Hause an. Leider holt uns der Alltag viel zu schnell ein, meiner Mutter geht es nicht besser, Sie wird in das Spital von Riehen eingeliefert wo Sie nach kurzem Leiden am 10. August stirbt.




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